SPD Aschau am Inn

OVB 14.07.16: Bundeswahl-Liste der SPD: Wieder alle gegen Oberbayern?

Veröffentlicht am 17.07.2016 in Bezirkstag

Bezirkschef Ewald Schurer will nach der Pleite vom letzten Mal mehr eigene Leute in den Bundestag bringen – Das dürfte schwierig werden. München – Der Bezirksvorsitzende war angefressen.

Von möglichen Sitzungsboykotten war die Rede. Man könnte Konferenzen der eigenen Partei nicht mehr besuchen, wenn nicht Fairness garantiert sei, grummelte Ewald Schurer, Chef der SPD-Oberbayern, vor gut drei Jahren. Dass die anderen Bezirksverbände seine Kandidaten bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl nicht wie verabredet mitgetragen hatten, wollte er nicht so einfach durchgehen lassen.

Das Zerwürfnis blieb dann doch aus, die Wogen glätteten sich. Nun geht die Sache in eine neue Runde. Für die Wahl 2017 werden die Weichen gestellt. Schon im vergangenen November habe er erste Gespräche mit den anderen sechs SPD-Bezirkschefs über die künftige Wahlliste geführt, sagt Schurer. Dieser Tage wird wieder sondiert. Auf dem Landesparteitag am Wochenende dürften die Regionalspitzen dazu beieinander stehen. Die Schmach vom letzten Mal will Schurer vergessen machen.

Eigentlich verabreden die Bezirksvorsitzenden im Konsens eine Landesliste mit den Kandidaten. Eine hoch komplizierte Angelegenheit, da neben Regionalproporz auch Männer und Frauen abwechselnd auftauchen müssen. Und dann kann die verabredete Rangfolge auch noch von der Aufstellungskonferenz, bei der alle bayerischen SPD-Delegierten zusammenkommen, geändert werden. Das geschieht auch immer wieder – meist zulasten des größten Verbandes Oberbayern. Vor der Wahl 2013 schob die Versammlung etwa Angelica Dullinger aus Kochel (Kreis Bad Tölz- Wolfratshausen) von Platz 20 auf 26, Michael Schrodi aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) von 21 auf 23. Beide waren so nicht unter den 22, die in den Bundestag kamen. Unfreundliche Allianzen? Alle gegen Oberbayern – das ist zumindest die Vermutung im Bezirksverband.

Fünf Oberbayern sitzen derzeit in der bayerischen Landesgruppe. Der Bezirksverband beansprucht aber beim Status quo sechs oder sogar sieben Mandate. „Uns würden auf jeden Fall sechs Mandate zustehen“, sagt Schurer. „So reden wir auch mit den anderen.“ In Oberbayern holte die Partei 2013 mehr als 420 000 Zweitstimmen – rund ein Drittel aller Stimmen im Freistaat.

Schurer spricht nun von „guten Gesprächen“. Aber er sagt auch: „Wir dürfen nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen.“ Den Anspruch formulieren – aber bloß nicht übersteuern. Für Schurer sind es heikle Verhandlungen. Nach der vergangenen Pleite sprach ihm sein Vorstand zwar das Vertrauen aus. Wiederholen sollte sich eine solche Niederlage aber nicht. Sonst droht Frust im Verband.

Ein wenig leichter könnte alles durch Abgänge werden. Mindestens drei Abgeordnete haben ihren Rückzug angekündigt – darunter der Oberbayer Klaus Barthel. Das schafft Platz für neue Kandidaten. Andererseits: Bei einem schlechten Wahlergebnis gäbe es auch weniger zu verteilen. Längst ist nicht klar, wie viele Listenplätze als sicher gelten dürfen.

Noch ist auch Zeit. Im Herbst stellen die Bezirksverbände ihre internen Reihungen auf. Am 15. Oktober entscheidet die Oberbayern-SPD darüber. Dann kommt der schwierigste Teil: die Verhandlungen der Bezirkschefs. Am 10. Dezember stimmt dann die Aufstellungsversammlung ab. Dass es wieder Allianzen geben könnte, weißt der oberpfälzische Bezirksvorsitzende Franz Schindler als „Verschwörungstheorie“ zurück. „Es gibt keine Nordallianz gegen Oberbayern.“ Dass für den größten Verband sechs sichere Plätze herauskommen, könne er aber nicht garantieren. Das entscheide vor allem der Wähler. Und wohl auch der Delegierte.
Til Huber

 

Homepage SPD-Unterbezirk Mühldorf

unsere Facebookseite

Mitglied werden!

Mitglied werden!

Geschäftsstelle

UB Mühldorf SPD-Geschäftsstelle Mühlenstraße 12 84453 Mühldorf
Tel. 08631 - 71 97 Fax 08631 - 1 48 34
Eleonore.Ismail(at)spd.de

WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis

WebsoziInfo-News

26.11.2021 13:30 Warum die Europa-SPD zum „Black Friday“ einen „Black Fair Day“ fordert
Die europäischen Sozialdemokrat*innen haben am „Black Friday“ die Notwendigkeit eines Europäischen Lieferkettengesetzes bekräftigt, das weltweit für faire Arbeitsbedingungen in Handel und Produktion sorgt. Das fordern sie am „Black Fair Day“. Der ganze Artikel auf vorwärts.de

25.11.2021 07:43 Ampel-Koalitionsvertrag
„Wir wollen mehr Fortschritt wagen“ Die SPD hat sich mit den Grünen und der FDP auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Klimaschutz, eine Politik des Respekts und die Digitalisierung stehen im Mittelpunkt. Die wichtigsten Punkte im Überblick. „Die Ampel steht“, sagte Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) bei der Präsentation des Koalitionsvertrages, auf den sich die SPD mit Bündnis90/Die Grünen und

25.11.2021 07:37 KOALITIONSVERTRAG 2021–2025 ZWISCHEN DER SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN UND FDP
Veränderung ist Fortschritt, wenn sich das Leben der Menschen verbessert – und, wenn sich neue Chancen auftun, die wir ergreifen wollen. So begreifen wir die großen Aufgaben, die sich stellen. Dafür braucht es Mut, Entschlossenheit und gute Ideen. Etwa im Kampf gegen die Klimakrise, für Digitalisierung, für die Sicherung unseres Wohlstandes, für eine moderne, freie

Ein Service von websozis.info